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Bei tierischen Notfällen (Sie haben ein hilfloses Tier gefunden, ein fremder Hund ist Ihnen zugelaufen, usw. - Fundtiere!), können Sie sich an das Tierheim Bochum wenden. Außerhalb der o.g. Öffnungszeiten wenden Sie sich bitte an die Polizei (110). Die Polizei wird dafür sorgen, dass die Tierrettung kommt. Bei privaten Notfällen (Ihr eigenes Tier ist verunfallt oder erkrankt) wenden Sie sich bitte an ihren Tierarzt oder den Tierärztlichen Notdienst.

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Ein Herz für Tauben

von Kati Mittag - Man möchte es gern glauben, dass Bochum ein Himmelbett für Tauben ist, wie Herbert Grönemeyer es in seiner Hymne an die Stadt zitiert. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass unsere sogenannten Haustauben in allen großen Revierstädten ein ziemlich elendes Dasein führen. Sie gelten als krankheitsübertragende, gebäudeverschmutzende Plage und werden kaum geduldet, eher vertrieben. Sie sind mangelernährt durch das Fressen von Abfällen und gezeichnet von Verletzungen und Verstümmelungen als Folge von Angriffen anderer Tiere und ihres gefährdeten Lebens als Ausgestoßene.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die zu Sportzwecken gezüchteten Brief- und Rassetauben, die ihren Besitzern auf Wettflügen und Ausstellungen Erfolg und Anerkennung verschaffen. Sie werden speziell gefüttert und medizinisch versorgt, sind sie doch eine kostbare Kapitalanlage für ihre Taubenväter. Die zahlreichen Taubenschläge gelten als typisches Ruhrgebietsmerkmal und wohl niemand würde daran zweifeln, dass die Tiere respektvoll gehalten und tadellos behandelt werden.

Eine „Bummeltaube“ als Gast


Meine Vorstellung vom Leben der Stadt- und Zuchttauben war ganz arglos, bis die erste Brieftaube in unserem Garten landete. Wir hatten in jenem Sommer einen Teich angelegt und das erschöpfte Tier wollte seinen Durst löschen. Anhand der Nummer auf dem Fußring konnte ich den Besitzer ausfindig machen und anrufen. Der Taubenzüchter aus einer Nachbarstadt hatte kein großes Interesse, sein Tier zurückzubekommen und ließ mich entscheiden, sie zu bringen oder sich selbst zu überlassen. Im örtlichen Raiffeisenmarkt erfuhr ich, dass diese sogenannten „Bummeltauben“, welche einen Wettflug nicht schnell genug beenden, getötet werden, weil sie nutzlos seien. Eine Rückgabe kam daher nicht in Frage und ich ließ sie bei uns. Drei Tage lang fraß sie mit den Singvögeln gemeinsam im Futterhäuschen und verschwand dann ohne Abschiedsbrief. Es blieben eine kleine Trauer und eine große Nachdenklichkeit.

Eine Taubenfreundschaft in der Dachrinne


Einige Wochen später bekamen wir den nächsten beringten Gast. Diese Taube wirkte irgendwie selbstbewusst und entschlossen. Offensichtlich hatte sie sich vorgenommen, nicht mehr in ihr früheres Zuhause zurückzukehren, denn sie bezog am Abend eine kleine Regenrinne an unserer Dachgaube, die in den folgenden Monaten ihr Schlafplatz blieb. Ihre Anhänglichkeit rührte mich, ich gab ihr den Namen Daisy und eine Futtermischung für Tauben. Nach einiger Zeit bekam Daisy Gesellschaft. Wieder wurde ich Zeugin, dass eine Brieftaube dem Stress des weiten Transportes zu einem Wettflugort, eingepfercht mit vielen Leidensgenossen und dem anstrengenden Heimflug nicht gewachsen war und bei uns notlandete. Die beiden Tauben schlossen rasch Freundschaft und schliefen fortan gemeinsam in der Dachrinne. Mein aufkeimender Argwohn gegenüber dem Taubensport hatte sich durch die Ankunft von Trudy verstärkt.

Als frischgebackene Taubenmutter legte ich zweimal am Tag Futter aus und war fasziniert, wie pünktlich sie sich jedes Mal einfanden und wurde mit ihren schönen Flugmanövern über unserem Haus und der Umgebung belohnt. Tagsüber hielten sie sich meistens bei uns auf, waren aber auch durchaus stundenlang unterwegs. Zum Fressen und Schlafen kehrten sie stets rechtzeitig zurück. In der ungeschützten Dachrinne wurde es ihnen nach den ersten Herbststürmen dann doch zu ungemütlich und sie zogen unter ein kleines regen- und windsicheres Vordach. Im kalten Winter saßen sie tagsüber zusammengekuschelt unter unseren Terrassenmöbeln. Ich liebte die beiden wie Haustiere. Es war ein Schock, als ich Trudy eines Tages mit gebrochenem Flügel vorfand. Zwei Wochen lang musste sie isoliert von ihrer Freundin drinnen gehalten und versorgt werden, mehrmals war ich mit ihr zum Verbinden der Verletzung in der Essener Taubenklinik. Daisy trotzte draußen allein der Kälte und schien verwirrt. Nach der erfolgreichen Rückkehr von Trudy in die Freiheit waren die beiden nach ein paar Anfangsschwierigkeiten wieder ein Herz und eine Seele und ich sehr erleichtert. Leider währte das Glück der beiden nur noch ein paar Wochen, Trudy kam von einem gemeinsamen Ausflug nicht mehr zurück. Daisy suchte abermals tagelang verstört nach ihr und folgte irgendwann den Gesetzen der Natur. Sie schloss sich den anderen Tauben an und schlief nie wieder bei uns. Für mich brach eine kleine Welt zusammen.

Meine Tafel für herrenlose Tauben aber blieb, es kommen täglich bis zu dreißig, um sich satt zu fressen und auszuruhen. Daisy ist meistens dabei – ich würde sie aus hunderten erkennen. Heute weiß ich, dass der Taubensport ein herzloses Geschäft und maßgeblich verantwortlich für die enorm hohe Population von Stadttauben ist. Tierschutzorganisationen machen inzwischen verstärkt darauf aufmerksam und versuchen, gegen die Missstände vorzugehen. Auf meine Art werde ich mich weiterhin für diese friedlichen, scheuen Tiere einsetzen. Sie sind es, wie alle Lebewesen, wert, dass man sich um sie kümmert.

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